75. Planer:innentreffen Wien 2026 — Schön wie nie? Gscheit' sanieren, statt wegradiern!

Planer:innen-Treffen · Oktober 2026

P:IT
Wien.

Die internationale Zusammenkunft der Fachschaften für Stadt- und Raumplanung im deutschsprachigen Raum – zu Gast an der TU Wien.

28. Oktober bis 1. November 2026 · TU Wien
Logo P:IT Wien 2026
14
Hochschulen im bfsr
5
Tage Programm
180+
Teilnehmende

Was ist das P:IT?

Das Planer:innen-Treffen (P:IT) ist eine semesterweise stattfindende, internationale Konferenz der Fachschaften für Stadt- und Raumplanung im deutschsprachigen Raum.

Die Treffen werden rotierend von den Fachschaften organisiert und an der eigenen Hochschule ausgerichtet. Das letzte P:IT in Wien fand im Sommersemester 2021 statt — nach fünf Jahren ist die Fachschaft Raumplanung der TU Wien erneut Gastgeberin.

Neben Veranstaltungen auf dem TU-Campus werden die rund 180 Gäste in campusnahen Räumlichkeiten untergebracht und verpflegt.

Der fachliche Austausch mit Studierenden anderer Standorte ermöglicht das Kennenlernen neuer Planungsphilosophien und Denkweisen — für zukünftige Planungen essentiell, um vorhandene Qualitäten zu wahren und auf ihnen aufzubauen.

Fachliche Weiterbildung

Workshops, Exkursionen und Präsentationen vertiefen ausgewählte, ortsbezogene Themen der Raumplanung.

Hochschulübergreifender Austausch

Raum für Diskussion und Austausch studentischer Anliegen über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg.

Networking

Studierende knüpfen und pflegen Kontakte zu Kommiliton:innen von den verschiedenen Studienstandorten.

Regionaler Einblick

Die Teilnehmenden lernen Wien, seine Planungspolitik und Entwicklungsstrategien intensiv vor Ort kennen.

Thematik

Sanfte Stadterneuerung
Schön WIE Nie?

Die sanfte Stadterneuerung gilt als eines der erfolgreichsten stadtplanerischen Modelle in Wien. Seit den 1970er-Jahren verfolgt sie das Ziel, bestehende Wohngebiete – insbesondere Gründerzeitviertel – behutsam zu modernisieren, ohne sie abzureißen. Im Zentrum stehen der Erhalt der Bausubstanz, die Verbesserung der Lebensqualität und der Schutz der Bewohner:innen. Durch Förderprogramme, Mieter:innenschutzmaßnahmen und Beteiligungsprozesse konnte die Stadt viele Menschen in ihren angestammten Vierteln halten. Doch bei einer kritischen Betrachtung der künftigen Entwicklung wird deutlich, dass sich die Grundlagen dieses Modells verändern und die Frage „Wo kommt das Geld her?“ immer stärker in den Vordergrund rückt.

Besonders der Gründerzeitbestand steht heute unter Druck. Gebäude werden zunehmend als Spekulationsobjekte und wirtschaftliche Ressource behandelt, während gleichzeitig kaum darüber nachgedacht wird, wie leistbarer Wohnraum langfristig erhalten werden kann. Gerade das günstige private Wohnsegment verschwindet zunehmend. Dadurch verändert sich nicht nur die soziale Struktur der Stadt, sondern auch die ursprüngliche Idee der sanften Stadterneuerung. Statt eines Instruments sozialer Stadtentwicklung rücken immer stärker Aufwertung und Kapitalinteressen in den Vordergrund. Diese Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit neoliberalen Veränderungen, in denen sich der Staat zunehmend als regulierende und gestaltende Instanz zurückzieht.

Doch die zentrale Frage bleibt: Geht Sanierung wirklich ohne Verdrängung? In der Praxis zeigt sich ein ambivalentes Bild. Während die Politik auf „Erneuerung mit Rücksicht“ setzt, führen Aufwertungen häufig zu steigenden Mieten und setzen die soziale Durchmischung unter Druck. Sanierung wird so zum Motor einer schleichenden Gentrifizierung.

Gleichzeitig stellt der Klimawandel neue Anforderungen an die Stadt. Anpassungen wie Begrünung, Entsiegelung oder die Weiterentwicklung bestehender Gebäude werden immer notwendiger. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, braucht es jedoch eine stärkere öffentliche Steuerung. Viele Entwicklungen werden heute dem privaten Markt überlassen, obwohl dieser soziale und ökologische Probleme nur unzureichend lösen kann. Dadurch stellt sich die Frage, ob Stadterneuerung wieder stärker als öffentliches Instrument verstanden werden muss – ähnlich wie in den Anfangsjahren der sanften Stadterneuerung.

Wiens Modell zeigt, dass Verdrängung reduziert, aber selten vollständig verhindert werden kann. Die Herausforderung der Zukunft liegt darin, Stadterneuerung nicht nur „sanft“, sondern auch sozial gerecht, klimagerecht und langfristig resilient zu gestalten.

Programm

Auftaktveranstaltung

Eröffnung des P:IT mit Begrüßung und organisatorischem Überblick.

Exkursionen

Geplante Programmslots für Exkursionen und ortsbezogene Formate; genaue Inhalte werden später veröffentlicht.

Das P:IT steht für fachbezogenen Austausch zwischen Studierenden und Fachschaften. Inhaltliche Details folgen später – stay tuned.

Zum Programm → Zur Stadtaufgabe →

Teilnehmende Hochschulen

TU Wien ★ Berlin Dortmund Hamburg Kassel Kaiserslautern Cottbus Erfurt Weimar Frankfurt a. M. Nürtingen Rapperswil Lübeck Detmold

Wer ist das P:IT

Wir sind […]

Der bfsr

bfsr – Beirat der Fachschaften für Stadt- und Raumplanung

Der Beirat der Fachschaften für Stadt- und Raumplanung (bfsr) vertritt die Studierendenschaften der deutschsprachigen Vollstudiengänge (Bachelor- und Masterabschluss) der räumlichen Planung.

Er übernimmt die hochschulpolitische Vertretung gegenüber Hochschulen und Politik, die Interessenvertretung in Berufsverbänden sowie die Mitarbeit am Hochschultag der nationalen Stadtentwicklungspolitik.

Die Fachschaft Raumplanung der TU Wien ist die einzige österreichische Vertretung im bfsr — und bietet damit eine einzigartige Möglichkeit, sich auch bei Planer:innen aus Deutschland und der Schweiz zu positionieren.

Mehr Informationen unter bfsr.eu und auf Instagram: @bfsr.planungsstudium